Osterfeuer in Dreisielen

In Dreisielen brannten wir auch traditionell ein Osterfeuer ab.
Hierzu gibt es viele Geschichten zu erzählen, aber hier will ich nur einige erzählen.
Mein Bruder Manfred sammelte mit seinen Freunden Ewald Freese, Werner Empacher und einigen
gleichaltrigen Schukameraden Schilf und Weidenstöcke an der Ollen und bauten hiervon hinter dem Deich
bei der ehemaligen Schule in Bettingbühren eine „Bude“ komplett mit Dach und einer Tür aus Papier-
Futtertüten. Hierauf wurden dann die Weidensträucher und Baumschnitte gebracht und dann am Ostern
abgebrannt.
Nachdem Manfred und seine Freunde nun alle Berufstätig wurden, fingen wir mit dem Aufbau an, wir das
heisst, Tammo Grube, Rolf & Heinz Freese, Heino Essmann und ich fingen an zu sammeln und bauten das
gleiche Osterfeuer wie unsere grössen Brüder.
Einmal fuhren wir alleine mit dem kleinen Trcker von Bauer Bosse und brachten Sträucher dahin. Leider
kippten wir mit dem Trecker und dem Anhänger den Deich hinunter, zum Gück verlief es alles glimpflich,
doch wir hatten fürchterliche Angst und Panik, liefen schnell zu dem Knecht bei Bosse der uns dann bei
allem half.
Das war das letzte Mal Osterfeuer hinter dem Deich.
Heinrich Osterloh mit seiner Ehefrau Marga und dem Sohn Heinz, übernahm 1955 den Gasthof von Karl
Looschen „Zum Gelben Ross“ und baute ihn zum „Stedinger Landhaus“ um, welches dann auch
überreginal für sein gutes Essen bekannt wurde.
Heinrich Osterloh stellte dann seine Weide zur Verfügung die wir dann als Osterfeuerplatz nutzen durften.
Hier konnten wir nun nach Herzenslust eine Bude aus Papier- Futtertüten bauen, die wir uns von den zu
derzeit noch ansässigen Bauern holten, Sträucher und Baumschnitt sammeln. Wir hatten bald das größte
Osterfeuer in der Umgebung, größer als Berne, die bis dahin immer das Größte hatten oder Wehrder,
Weserdeich und dem Ort.
Wir sammelten dann Geld mit dem Lied:
„We sammelt wat ton Osterfür, Kriedewitt wat Wumm, ole Teetunn sünd to dür, Kriedewitt wat
Wumm, een is nix, twee is wat, dree denn go wie usen Pad”.
Mit demGeld kauften wir Raketen, hierfür fuhren wir dann mit Heini Osterloh, das Auto voller Kinder,
nach Oldenburg und suchten uns die Raketen aus, wobei uns die Polizei einmal anhielt weil Heini zu
schnell fuhr, aber Heini war Viehhändler und konnte sich gut herausreden.
Für einen Teil des Geldes bekamen wir in der Gaststätte bei Marga dann Kakao, Kuchen und Bockwurst.
Tradition war auch das „Schwarz machen“, wobei dann die Hände an den verkolten Ästen schwarz gemacht
wurden und die Gäste dann im Gesicht „eingecremt“ wurden. Hier mischeten unsere Eltern, besonders
Tante Essmann, ganz schön mit!!

Osterfeuer in Dreisielen 1958