Hausschlachten damals und Heute

Das Hausschlachten war, wegen seiner Eigenwilligkeit, seinen Umständen, den Menschen und den
Schlachtern schon immer etwas besonderes, auch schon weil nur in der kalten Jahreszeit wie Spätherbst und
im Winter, während der Zeit von Oktober bis März geschlachtet wurde.
Das Halten von Schweinen oder anderen Haustieren war bei Arbeiterfamilien nur möglich, wenn die
Wohnhäuser einen Stall und einen kleinen Garten hinter dem Haus hatten. In Siedlungshäusern und vielen
Werkswohnungen gab es einen Anbau, in dem sich im Allgemeinen eine Waschküche, ein Geräteschuppen,
das Plumpsklo und der Schweinestall befanden. Die Toilette und der Schweinestall lagen aus praktischen
Gründen dicht beieinander, denn sie hatten eine gemeinsame Jauchegrube. Auf dem Dachboden wurden
Stroh und Hafer gelagert. Den anfallenden Schweinemist entsorgte man in einer Ecke des Gartens und nach
dem Verrotten konnte er im Gemüsegarten untergegraben werden.
Auf den Bauernhöfen war es eine Selbstverständlichkeit Schweine zu haben.
Aber auch in den Städten gab es ab und an Ställe zum Halten von Schweinen, aber insbesondere für
Kaninchen.
Für das Schwein rückte die "letzte Stunde" näher, wenn der Schlachttermin abgesprochen war.
Der Beruf des Hausschlachters wurde in der Regel von saisonabhängigen Bauarbeitern ausgeführt.

Das Leben der Familie Christian Osterloh aus
Dreisielen mit dem Hausschlachten, dem Wursten,
den Geschichten drum herum und die Historie

aus meinen Erinnerungen aus dem "Stedinger Land", aufgezeichnet ab dem Jahr 2007,

Klaus Osterloh