Schlachten in Delmenhorst

Delmenhorster Kreisblatt
Info Fleuschbeschau Delmenhorst15. Oktober 1925
Fleischbeschau bei Hausschlachtungen.
Es wird vielfach angenommen, dass durch
die im Winter v.J. erfolgte Aufhebung der
Beschaupflicht für Hausschlachtungen
sämtliche Hausschlachtungen von der
Beschau befreit seien.
Dies ist aber nicht der Fall.
Hausschlachtungen von Rindern sind
auch jetzt noch beschaupflichtig.
Rinder im Alter von drei Monaten
und darüber müssen vor und nach dem
Schlachten der Beschau unterworfen
werden, ganz gleich ob das Fleisch
ausschließlich im eigenen Haushalt
verwendet werden soll oder nicht.
Befreit sind von der Beschau nur dann
„hausgeschlachtete“ Schweine, Kälber,
Schafe und Ziegen, aber auch nur dann,
wenn die Tiere völlig gesund sind.
Zeigen sich die Tiere irgendwie Krank
oder werden sie wegen eines
Unglücksfalles notgeschlachtet, oder
zeigen sich bei der Schlachtung
krankhafte Veränderungen, so müssen
diese Tiere auch dann untersucht werden,
wenn das Fleisch ausschließlich im
eigenen Haushalte verwendet werden
soll.
Auf diese Bestimmungen sei besonders hingewiesen, da Übertretungen in letzter Zeit mehrfach zur
Anzeige gekommen sind.

 

Landbote Nr. 8, 1933

Landbote 1933Übersetzung:
918 pfündiges Mastschwein, 3 Jahre alt
Züchter: Hespe Werder (Wilhelm Hespe, Werder bei Berne)
Besitzer: Hagestedt, Habbrügge.
Immer wieder hören wir von unseren Landwirten, mehr noch von den Fleischern Klagen darüber, dass
unser augenblicklich gezüchtetes Schwein nicht allen Anforderungen genüge. Diese Klagen sind
unberechtigt, wie ja auch Dr. Hille der Zuchtdirektor beim Verbande des Odenburger veredelten
Landschweines, hier in der Versammlung des Verbandes der landwirtschaftlichen Vereine betonte. Anhand
von beweiskräftigem Zahlenmaterial, das auf Grund vieler Ausschlachtungen gewonnen war, legte er dar,
dass gegenüber allen anderen Gebieten das Oldenburger veredelte Landschwein die besten Ergebnisse
erzielte.
Gutes Mastschwein 1933Das beweisen auch unsere beiden Bilder. Das Lebendgewicht dieses kolossalen Schweines, das
Schlachtermeister Landwehr, hier, von Hagestedt, Habbrügge, kaufte, betrug 918 Pfund.
Mit der Ausschlachtung war der Käufer sehr zufrieden und zeigt uns das zweite Bild, das ausgeschlachtete
Tier, worauf es bei einem Schlachtschwein ankommt.

Von einem guten Mastschwein verlangen wir:
Fetten Speck und viel Fleisch,
eine kräftige Nacken-, Rücken und
Lendenmuskulatur,
große faserlose Schinken.
Käufer:
Schlachtermeister Landwehr,
Delmenhorst.