Begriffe

Als Schlachtfest wurde und wird weltweit die feierliche, gemeinschaftliche Schlachtung eines Tieres
bezeichnet, dem nicht selten ein Festmahl folgt.
Fleisch gehörte schon immer zur Nahrungsquelle des Menschen, erst wurde es roh verzehrt, als
dann das Feuer kam wurde es in vielen Varianten gekocht oder gebraten.
Foto links: Mittelalterliche Darstellung der Schlachtung eines Schweins.
Das feierliche gemeinschaftliche Zerlegen und Essen von erlegten Tieren kann durch Aschen- und
Knochenfunde bis in die Altsteinzeit nachgewiesen werden. Zuerst wurde die Erlegung eines Tieres durch
die Jagd feierlich begangen, nach Entdeckung derMittelalterliche Darstellung Schlachtung Schwein
Domestikation, verlagerte sich der Brauch zunehmend.
Zur Feier der Schlachtung eines aufwändig und über
einen langen Zeitraum gemästeten Tieres, das für die ganze Dorf- oder Clangemeinschaft - oder auch nur einer
Familie - meist etwas Besonderes war. Das zu schlachtende Tier wurde vor dem Schlachten reich geschmückt und nicht selten vor der Tötung vom Pfarrer, in anderen Kulturen von einem Schamanen, Rabbiner oder Imam gesegnet um die Besonderheit des
Augenblickes zu verstärken, aus Urfehde und /oder böse Geister vom Fleisch und somit von den späteren Verzehrenden fernzuhalten.
Betäubung vor dem Schächten.
In machen Religionen wir das zu schlachtende Tier vor dem Schächten nicht betäubt, welches der Tierschutz in Deutschland berechtigter Weise nicht zulässt.
Daher ist es umso unverständlicher, dass das „Oberste Gericht“ nun doch das Schächten ohne Betäubung
zulässt, was natürlich für den Tierschutz ein herber Schlag ins Gesicht ist.
Denn:
Jedes Lebewesen möchte, wenn es denn soweit ist, möglichst schmerzfrei sterben dürfen!
Tieren bei vollem Bewusstsein die Kehle zu durchschneiden, ist genauso grausam und schmerzvoll, wie
wenn Menschen bei Attentaten der Hals mit einem Messer aufgeschnitten wird!
Das Schächten oder Schechita (hebr. שחט šachat „schlachten“) ist das rituelle Schlachten von Tieren,
insbesondere im Judentum und im Islam. Die Tiere werden mit einem speziellen Messer mit einem einzigen
großen Schnitt quer durch die Halsunterseite, in dessen Folge die großen Blutgefäße sowie Luft- und
Speiseröhre durchtrennt werden, getötet. Mit dem Schächten soll das möglichst rückstandslose Ausbluten
des Tieres gewährleistet werden. Der Verzehr von Blut ist sowohl im Judentum als auch im Islam verboten.
Das Schächten erfolgt im Judentum ohne vorgängige Betäubung des Tieres, da nach strenger jüdischer
Auffassung das Tier durch die Betäubung verletzt und das Fleisch dadurch zum Verzehr unbrauchbar wird.
Im Islam ist eine elektrische Betäubung nach bestimmten Rechtsschulen zulässig.[1] Auch die Betäubung
durch einen Schlachtschussapparat wird von einigen islamischen Geistlichen befürwortet.[2]Schächten: Darstellung aus dem 15. Jahrhundert

In der Tora heißt es: „Schlachte von deinen Rindern oder Schafen, die dir der Herr gegeben hat, wie
ich dir geboten habe.“ (Dtn 12,21 SLT), ohne dass auf die Art, wie die Schlachtung zu erfolgen hat,
eingegangen wird. Aus dem Verbot des Blutverzehrs und anderen biblischen Vorschriften abgeleitet,
wird auf die Schechita erst im Talmud (Traktat Chulin 1-2) und später in der Mischne Tora (Sefer Keduscha) und im Schulchan Aruch (Jore De'a 1-28) eingegangen.

Mit der Schechita wird ein humanes, das Leid des Tieres möglichst gering haltendes Tötungsverfahren angestrebt. Das halachisch korrekte Schächten besteht aus einem Halsschnitt, der bei Säugetieren durch Luftröhre und Speiseröhre, bei Vögeln durch eine von beiden gehen muss. Der Schnitt muss durch Hin- und Herfahren ohne die geringste Unterbrechung mit einem scharfen, glatten und scharten freien Messer ausgeführt werden. Verboten ist:
1- die kleinste Pause bei der Durchführung des Schnitts (hebr. Schehija)
2- das Drücken des aufliegenden Messers in den Hals (hebr. Derassa)
3- das Stechen des Messers in den Hals (hebr. Chalada)
4- das Ausführen des Schnitts außerhalb der für Schechita bestimmten Grenzen am Hals (hebr.
Hagrama)
5- das Losreißen der Halsgefäße durch den Schnitt (hebr. Ikur)[4]

Der Schlachter (hebr. Schochet) selbst muss eine Ausbildung abgeschlossen haben, die sowohl „praktische“
als auch „geistige“ Aspekte seiner Arbeit umfasst. Das Schlachtmesser muss scharf wie eine gute
Rasierklinge sein und darf keinerlei Scharten o. ä. aufweisen.
Auch der Schlachtprozess selbst ist festen Regeln unterworfen. Erste Voraussetzung ist, dass das Tier im
Judentum koscher bzw. im Islam halal ist. Mit einem einzigen Schnitt wird die Kehle durchschnitten, wobei
beide Halsschlagadern, beide Halsvenen, die Luftröhre, die Speiseröhre sowie beide Vagus-Nerven
durchtrennt werden müssen. Diese Technik führt bei korrekt ausgeführtem Halsschnitt den Tod in der Regel
innerhalb von 10-15 Sekunden herbei, jedoch können Rinder noch bis zu 47 Sekunden lang
Aufstehversuche unternehmen. Das Tier muss vollständig ausbluten, da der Verzehr von Blut gemäß
Kaschrut bzw. Qu'ran (Sure 5 Vers 3) verboten ist. Schechita beschreibt nicht allein den Prozess der
Schlachtung selbst, sondern auch die anschließende Kontrolle des Tieres und des Fleisches. So müssen im
Judentum z. B. alle Blutrückstände beseitigt werden, was gewöhnlich durch Waschen und Salzen geschieht.
Außerdem müssen Fleisch und Organe auf eventuelle Unregelmäßigkeiten (z. B. Krebsgeschwülste)
untersucht werden, die das Fleisch treif, d. h. nicht koscher machen würden. Im Islam gelten zum Teil
andere Regeln für die „Nachbearbeitung“ des Fleisches.

Ausnahmen:
Fisch unterliegt nicht dem Gesetz von Schechita. Der Talmud lehrt dies im Traktat Chullin 27b, und auch
der Schulchan Aruch geht auf diesen Sachverhalt im Abschnitt Hilchot Schechita 1 ein. Bei Fischen ist
entscheidend, dass es sich um eine von der Tora als koscher genannte Fischart handelt.
Im Islam gilt, dass alles, was aus dem Meer an Nahrung gewonnen wird, auch als halal angesehen wird,
somit auch Fische, allerdings nur solche mit Schuppen.
Das Schächten ist vom Standpunkt des Tierschutzes umstritten. Die Befürworter dieser Methode
argumentieren, dass nur durch den Schächtschnitt ein völliges Ausbluten des Tieres sichergestellt sei, und
da es zu einem schlagartigen Abfall des Blutdrucks und damit der Sauerstoffversorgung des Gehirns
komme, nach geraumer Zeit eine Bewusstlosigkeit ohne nennenswerte Schmerzen eintrete. Ein gründliches
Ausbluten des Tieres sei dafür Voraussetzung. Grobe Fehler beim Schächten seien zweifellos als ebenso
qualvoll für das Tier anzusehen wie grobe Fehler jeder anderen Schlachtmethode.Schechita, Deutschland 18.J.h. aus: Paul Christian Kirchner: Jüdisches Ceremoniell, 1734

Eine 1978 veröffentlichte Studie von Forschern der Tierärztlichen Hochschule Hannover deutet  auf die Abwesenheit von Schmerzreizen beim Schächten hin. Ziel der Studie war die "Objektivierung von Schmerz und Bewusstsein" der Tiere, um objektiv gültige Urteile bezüglich des Tierschutzes zu erlangen, da die diesbezügliche Diskussion bisher weitestgehend mit subjektiven und emotional geprägten Argumenten geführt worden war. Die EEG-Messungen der Untersuchung zeigten vor und nach dem Schächtschnitt unveränderte
Hirnströme, wohingegen die Bolzenschussbetäubung im EEG auf deutliche Schmerzen hinwies. Die Wissenschaftler zogen daher folgendes Fazit: "Die hierbei in vergleichender
Untersuchung gewonnenen Einblicke in
sinnesphysiologische Abläufe beim Schlachten dieser Tiere weichen z.T. erheblich von bisherigen Vorstellungen ab".
Gegner des Schächtens kritisieren, dass die
Bewusstlosigkeit des Tieres nicht sofort eintritt, da die Blutversorgung des Gehirns auch durch nicht durchtrennte Gefäße im Bereich der Wirbelsäule und des tiefen Nackens erfolgt, und verweisen auf manche Video-Aufnahmen geschächteter Tiere, die einen teilweise mehrminütigen Todeskampf durchleben, obwohl sichtbar die Luftröhre und Halsschlagadern durchtrennt wurden. Eine sofortige Bewusstlosigkeit sei daher beim Schächten nicht gegeben, was darauf zurückzuführen sei, dass der Ausblutungsprozess eine gewisse Zeit benötigt. Auch sei ein Beharren auf das Schächten ohne vorherige Betäubung mit dem Hinweis auf das erforderliche Ausbluten nicht überzeugend, da ein betäubtes Tier in gleicher Weise ausblutet wie ein nicht betäubtes. Außerdem würden auch beim besten Ausbluten immer noch Blutrückstände im Fleisch bleiben, so dass dieses Argument angezweifelt werden kann.

Schechita, Deutschland 18.J.h. aus: Paul Christian Kirchner: Jüdisches Ceremoniell, 1734Von Tierschützern wird die moderne Schächtung von ihrer Einführung bis in die Gegenwart im Sinne des Tierschutzes (schnelle
Tötung) und der Lebensmittelhygiene
(Fleischbeschau) als fortschrittlich angesehen. Die Einführung moderner Betäubungsmethoden
(Bolzenschuss, Begasung oder Strom) im zwanzigsten Jahrhundert würde nach deren Auffassung Ansätze bieten, die Tierfreundlichkeit weiter zu verbessern. Diese Ansicht wird auch von Reformjuden geteilt,
welche den Verzehr von unter Betäubung entbluteten Tieren erlauben. Befürworter des rituellen Schächtens beurteilen die schnelle
Tötung (gemäß Tierschutz) hingegen als grausam für die Tiere, da bei der schnellen Tötung durch Ignorieren der Relevanz des Ausblutungsprozesses keine Rücksicht darauf genommen wird, dass das zentrale Nervensystem der Tiere noch voll intakt bleibt, solange das Ausbluten nicht abgeschlossen ist,
dementsprechend die Luftzufuhr zum Gehirn und die Ströme in den Nervenbahnen nicht auf Null
abgesunken sind und somit Schmerz von den Tieren noch empfunden wird, wenn sie zerlegt werden.
Jörg Luy, seit 2004 der Inhaber des ersten Lehrstuhls für Tierschutz und Tierverhalten (an der FU Berlin),
berief 2005 die Fachtagung „Tierschutz bei der rituellen Schlachtung“ ein und arbeitet bei dem EU-weiten
(Israel und die Türkei mit einbeziehenden) Projekt DIALREL (Dialogue on issues of Religious Slaughter)
mit,[6] das eine einvernehmliche, verfassungskonforme europäische Regelung anstrebt.

Rechtslage
Schächten ist in Deutschland grundsätzlich nicht gestattet, da das Tierschutzgesetz das Schlachten von
Wirbeltieren ohne vorherige Betäubung untersagt (Generalverbot mit Ausnahmeerlaubnisvorbehalt, § 4
TierSchG). Die Einfuhr von Fleisch im Ausland geschächteter Tiere ist dagegen ohne weiteres legal. Wer
von dieser Vorschrift ohne Ausnahmegenehmigung abweicht, macht sich strafbar oder begeht mindestens
eine Ordnungswidrigkeit, was auch zu einem Berufsverbot oder einem Verbot des Umgangs mit Tieren
führen kann (§ 17 TierSchG).
Aus religiösen Gründen können Ausnahmegenehmigungen erteilt werden. Lange Zeit wurde in der
Bundesrepublik Juden diese Genehmigungen meist erteilt, Muslimen dagegen meist nicht. Nach der
Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes (Schächturteil) muss wegen der nach Art. 4 GG
verfassungsmäßig uneingeschränkt gewährten Religions- und Glaubensfreiheit (sowie aufgrund der
Berufsfreiheit eines islamischen Metzgers) auf Antrag eine Ausnahmegenehmigung erteilt werden, sofern
das Fleisch des getöteten Tieres von Personen verzehrt wird, denen zwingende religiöse Vorschriften den
Verzehr des Fleisches nicht geschächteter Tiere verbieten. Nach Aufnahme des Tierschutzes als Staatsziel
in Art. 20a des Grundgesetzes hat das Bundesverwaltungsgericht im Urteil vom 23. November 2006 nicht
ausgeschlossen, dass einem muslimischen Metzger eine Ausnahmegenehmigung zum betäubungslosen
Schlachten (Schächten) von Rindern und Schafen erteilt werden kann, um seine Kunden entsprechend ihrer
Glaubensüberzeugung mit Fleisch zu versorgen. Der Ausgleich zwischen dem zum Staatsziel erhobenen
Tierschutz und den betroffenen Grundrechten ist so herzustellen, dass beides Wirkung entfalten kann.

Das Schächten muss jedoch von einer sachkundigen Person in einem zugelassenen und registrierten
Schlachtbetrieb erfolgen und vom zuständigen Veterinäramt überwacht werden. Nach einer anderen
Auffassung, die früher auch vom Bundesverwaltungsgericht vertreten wurde, werde das Schächten nicht
von der Religionsfreiheit umfasst, solange eine Religion eine vegetarische Ernährungsweise erlaubt.
Insbesondere weltlich eingestellte Menschen kritisieren die Regelungen als Sonderrechte für bestimmte
Weltanschauungen und als mangelnde Trennung von Staat und Religion.
In der Schweiz ist das Schächten von Säugetieren verboten, für Geflügel jedoch erlaubt. In Österreich muss
das Tier sofort nach dem Schächtschnitt betäubt werden (Post-cut Stunning). Dabei müssen Schächtungen
in einem zertifizierten Schlachthof unter Beisein eines Tierarztes stattfinden.
In Schweden, Island und Liechtenstein ist Schächten verboten.
In Dänemark, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Spanien, Großbritannien und Irland ist es erlaubt.
Schächtverbot in der Zeit des Nationalsozialismus
Hauptartikel Tierschutz im Nationalsozialismus
Das „Gesetz über das Schlachten von Tieren“ vom 21. April 1933 gebot, warmblütige Tiere beim
Schlachten vor Beginn der Blutentziehung zu betäuben. Ausnahmen waren nur bei Notschlachtungen
gestattet.[11] Vorsätzliche oder fahrlässige Zuwiderhandlungen wurden mit Geldstrafe oder Gefängnisstrafe
bis zu sechs Monaten Haftdauer geahndet. Das Gesetz trat zum 1. Mai 1933 in Kraft.
In einer Verordnung dazu wurde unter anderem bestimmt, dass ein Aufhängen der Schlachttiere vor der
Betäubung nicht statthaft sei und die weitere Bearbeitung nur dann erfolgen dürfe, wenn „der Tod des
Tieres eingetreten ist und Bewegungen an dem Tier nicht mehr wahrzunehmen sind“.

Zustandekommen Vermutlich nationalsozialistische Propagandaaufnahme, Nürnberg, Photo-Harren. Szene aus Der ewige Jude (1940)
Die Tierschutzbewegung des 19. und frühen 20.
Jahrhunderts in Deutschland sah Tierversuche und Schächtung als Ausdruckeiner „jüdischen“ Medizin und stellte diese in direkte Verbindung zueinander.
Das Strafgesetzbuch von 1871 bestrafte nicht die Tiermisshandlung als solche, sondern nur – so vorhanden – öffentliches Ärgernis daran und war deutlich schwächer als etwa die englischen Tierschutzregelungen. Dagegen liefen die in erheblichem Maße rechtsgerichteten bzw.
antisemitisch orientierten Tierschutzvereine erfolglos Sturm. Für die Nationalsozialisten war der Tierschutz ein willkommenes populäres Thema; sie konnten sich an die Spitze einer breiten, bislang nicht anerkannten
Volksbewegung stellen und mit dem Thema „Schächten“ deutsche Juden, die im Pelzhandel, der Medizin
und Biologie eine wichtige Rolle spielten, mit Tierschutzargumentationen diskriminieren.

Bei Arthur Schopenhauer findet sich der Gedanke der Tierrechte: „Die Welt ist kein Machwerk, und die
Tiere sind kein Fabrikat zu unserem Gebrauch. Nicht Erbarmen, sondern Gerechtigkeit ist man den Tieren
schuldig.“ Schopenhauers Auslassungen sind von einem grundsätzlichen Antijudaismus bestimmt. So führt
er aus: „Die vermeinte Rechtlosigkeit der Tiere, dass es gegen Thiere keine Pflichten gäbe, ist geradezu
eine empörende Rohheit und Barbarei des Occidents, deren Quelle im Judenthum liegt“. Für viele
Tierschützer bereits im 19. Jahrhundert lag daher auch die Hinwendung zu neopaganistischen (auch
völkisch germanischen Kulten) wie insbesondere asiatischen Religionen wie auch einer von dort
übernommenen Lebensweise hin nahe. Das Schächten ist auch heute noch Vorwand für religiöse und
insbesondere auch antisemitische Vorurteile.
Ein Verbot des rituellen Schächtens wurde durch das Gesetz über das Schlachten von Tieren (RGBl. I S.
203) vom 21. April 1933 eingeführt und trat zum 1. Mai 1933 in Kraft. Wie bei zahlreichen anderen
Gesetzen, die 1933 erlassen wurden, sanktionierte die Regierung auch in diesem Falle nachträglich
Maßnahmen, die zuvor von Parteianhängern gewaltsam durchgesetzt worden waren. So war das Schächten
in Sachsen schon am 22. März untersagt worden.[20] Bereits am 28. März 1933 erließ zum Beispiel Anton
Bleeker, ein SA-Standartenführer in Aurich, ein Schächtverbot für alle ostfriesischen Schlachthöfe und
ordnet an, dass die Schächtmesser verbrannt werden. Dies führte zu einem größeren Zwischenfall am 31.
März 1933, bei dem die Synagoge in Aurich von bewaffneten SA-Männern umstellt wurde. Die SA
erzwang die Herausgabe der Schächtmesser, um diese anschließend auf dem Marktplatz zu verbrennen.
Nach der Machtübernahme 1933 wurde dem Tierschutz höhere Priorität eingeräumt. Bereits ab dem 1.
April 1933 wurde im Innenministerium Wilhelm Fricks mit Hochdruck und intensiver Mitarbeit der
Tierschutzverbände an einem verschärften Tierschutzgesetz gearbeitet, welches Ende 1933 verabschiedet
wurde. Es blieb bis 1972 nahezu unverändert in Kraft. Am 16. August 1933, über drei Monate vor Erlass
des Reichstierschutzgesetzes, drohte Hermann Göring in seiner Funktion als preußischer Ministerpräsident
KZ-Lagerhaft für Tierquälerei (inklusive der Schächtung) an – eine der ersten öffentlichen Erwähnungen
der Konzentrationslager wie auch eine erste Ausweitung der zunächst vor allem auf politische Gegner des
Regimes begrenzten Lagerhaft.

Wurst wurde erst im Mittelalter von Mönchen in den Klöstern entwickelt. Da ihnen hierfür der
Zeitaufwand zu groß war, gaben sie diese Erfindung an einfache Leute weiter, und hieraus entwickelte sich
Anfang des 13.Jahrhunderts das Fleischerhandwerk.
1248 bildete sich die Fleischerinnung in Erfurt.
Wurst, das Unwort des Jahres 1483 Das Wort „Wurst“ oder „Worscht“ gibt es erst seit gut 500 Jahren.
Man weiß nicht genau wie das Wort entstanden ist, aus „Wirren“ etwas mischen, aus „Werk“ etwas
herstellen, aus „Werden“ etwas drehen oder abdrehen??
Der Spruch: „Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei“
wurde im 17.Jahrhundert von einem Gesellen ausgesprochen, der Streit mit seinem Meister hatte und ihm
damit sagen wollte, dass er nicht immer Recht hat.
Georg Philipp Liller aus Dudenhofen, Grafschaft Hanau in Hessen, hatte in der
Dr. Weinholzstrasse einen kleinen Laden, in dem folgendes zu lesen war:


"Ochsen, Kälber, Kühe, Schweine,
haben Knochen und Gebeine,
deshalb muss beim Fleisch auswiegen,
jeder einen Knochen kriegen."